VfL Bochum: Die merkwürdige Entlassung des Robin Dutt

Robin Dutt ist nicht länger Trainer des VfL Bochum. Eigentlich ist dies nicht ungewöhnlich: Der Zweitligist sammelte aus den ersten vier Spielen gerade einmal zwei Punkte. Gegen Wehen Wiesbaden lag der Ruhrklub zuletzt sogar 0:3 zurück, erreichte dann aber durch eine Energieleistung doch noch ein 3:3. Die üblichen Mechanismen des Geschäfts haben gegriffen – könnte man denken. Doch in diesem Fall war es anders: Dutt provozierte seine Entlassung selbst – ironischerweise wollte er eigentlich genau das vermeiden.

Dutt dachte intensiv über Rücktritt nach

Nach der Partie gegen Wiesbaden stellte sich Dutt selbst zur Diskussion. Er wolle das Gespräch mit seinen Vorgesetzten suchen, so der 54-Jährige. Man sollte sich grundsätzlich austauschen, „vor allem über meine Position“, schilderte Dutt weiter. Man dürfe die Situation nicht unterschätzen und er sei grundsätzlich bereit, sich dieser Verantwortung zu stellen. Der Verein könne nicht mit einem angezählten Trainer in die kommenden Wochen gehen, so der frühere Freiburger. Er wolle deshalb nicht warten, „bis die üblichen Mechanismen des Geschäfts greifen“ und lieber von selbst gehen.

Seine Vorgesetzten hat Dutt durch diese Äußerungen offenbar kalt erwischt. Der Verein sah sich wegen dieser Sätze des bisherigen Trainers genötigt, die Zusammenarbeit sofort zu beenden und den Coach zu feuern. Wenn sich ein Coach „völlig überraschend derart selbst öffentlich infrage stellt“, seien Gespräche und letztlich die Entlassung unvermeidlich. Dutt, der seinen Rücktritt angeboten hat, um nicht entlassen zu werden, wurde also letztlich gefeuert, weil er seinen Rücktritt angeboten hat. Tatsächlich hat ihm der Verein damit aber sogar einen Gefallen getan: Durch die Entlassung, die offiziell eine Beurlaubung ist, wird der 54-Jährige weiterhin bezahlt. Bei einem Rücktritt wäre dies nicht der Fall gewesen.

Kommt jetzt Wolf?

Einen möglichen Nachfolger sollen die Bochumer laut „Bild“ bereits an der Angel haben. Hannes Wolf, zuletzt beim Hamburger SV, soll demnach „heißer Kandidat“ sein. Bis der neue Coach eingestellt ist, übernimmt der bisherige Co-Trainer Heiko Butscher das Team als Interimslösung.

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