DFB-Auswahl: Über Sorgen- und Glückskinder
Die deutsche Nationalmannschaft ist endlich vollzählig. Als letzter Akteur stieß auch der frisch gebackene Champions League-Sieger Sami Khedira, der in den letzten Tagen noch mit Real Madrid feiern durfte, zum Team von Bundestrainer Jogi Löw im Trainingslager in Südtirol. Khedira ist gleich in doppelter Hinsicht ein Glückskind: Vor ein paar Monaten war es aufgrund seiner schweren Verletzung noch mehr als fraglich, ob er überhaupt rechtzeitig fit werden würde, um die WM zu spielen. Dass er noch in der Liga oder sogar im Champions League-Finale am Ball sein würde, erschien mehr als zweifelhaft.
Sorgenkind Kevin Großkreutz
Während Khedira von seinen Kollegen mit viel Humor empfangen wurde – so erkundigte sich beispielsweise Thomas Müller, ob Khedira noch Muskelkater vom Pokal hochheben habe – sorgt sich das Team derzeit um Kevin Großkreutz. Nur wenige Wochen nach einem nächtlichen Ausraster in Köln, als der Spieler von Borussia Dortmund einem Mann einen Döner ins Gesicht geworfen haben soll, ging die nächste Chaosmeldung durch die Presse: Großkreutz verlor nach dem verlorenen Pokalfinale gegen den FC Bayern München die Beherrschung und randalierte im Hotel. Unter anderem urinierte er gegen eine Säule. Der DFB sah bislang von einer Strafe ab. Der BVB verdonnerte ihn zu 60.000 Euro Geldstrafe, die Großkreutz akzeptiert hat.
Wird Neuer rechtzeitig fit?
Ein Sorgenkind anderer Art ist Manuel Neuer: Während Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger die WM wohl spielen können, ist dies bei der deutschen Nummer eins noch immer nicht komplett sicher. Roman Weidenfeller erklärte gegenüber „Sport 1“, dass er davon ausgehe, dass Neuer bis zum Turnierstart topfit sei, er aber natürlich notfalls bereitstehe. Gänzlich unwahrscheinlich ist dies nicht: Die Schulterverletzung des Bayern-Keepers ist derart ernst, dass sich dieser momentan noch immer nicht mit der rechten Hand die Zähne putzen kann.