Trainer: HSV will Nagelsmann
Noch ist Bruna Labbadia Trainer der Hamburger SV, doch der 50-Jährige ist nach dem schwachen Saisonstart heftig angezählt. Wie der „kicker“ berichtet, ist Julians Nagelsmann, seines Zeichens Coach der TSG Hoffenheim, der Wunschkandidat für die Nachfolge Labbadias. Bernhard Peters, der den 29-Jährigen aus gemeinsamen Tagen im Kraichgau kennt, wollte Nagelsmann demnach schon vor anderthalb Jahren als Trainer des Regionalligateams verpflichten. Jetzt soll jener die Profi-Abteilung übernehmen.
Kann der HSV auf Nagelsmann warten?
Das Problem an dem Plan mit Nagelsmann ist, dass jener derzeit kaum zu haben sein dürfte. Sein Vertrag bei der TSG läuft noch bis Sommer 2019. Er müsste wohl mit einer Millionen-Ablöse aus diesem herausgekauft werden. Vorstellbar wäre ein solcher Vorgang nur nach dieser Saison. Dass Hoffenheim Nagelsmann jetzt freigibt, scheint praktisch nicht vorstellbar.
Damit stellt sich allerdings die Frage, ob der HSV in der Lage (und willens) ist, auf den Wunschtrainer fast ein Jahr zu warten? Welcher Coach würde sich bereiterklären, an der Elbe in dem Bewusstsein zu unterschreiben, dass es keinesfalls nach dem kommenden Sommer weitergeht. Erinnern wir uns: Hoffenheim versuchte selbst ein ähnliches Konstrukt mit Huub Stevens und Nagelsmann. Aufgrund der Gesundheit des Niederländers musste es abgebrochen werden. Da der sportliche Erfolg fehlte, wäre das Vorhaben aber wohl in jedem Fall gescheitert. Spätestens dies war eine Warnung an alle interessierten Trainer und Vereine, die mit solchen Modellen liebäugelten.
Und auf einmal ist Labbadia wieder wichtig
Ironischerweise könnte ausgerechnet dies Bruno Labbadia zumindest vorläufig den Job retten. Auf Seiten des HSV muss man hoffen, dass das Team unter ihm gut genug spielt, um die Klasse zu halten, aber keinen überragenden Erfolg hat. Dann könnte man mit gutem Gewissen Labbadia feuern und Nagelsmann nach der kommenden Saison installieren.