Eintracht: Veh demütigt sein Team öffentlich
Bei Eintracht Frankfurt hängt nach der Derby-Pleite gegen den SV Darmstadt (0:1) der Haussegen mächtig schief. Die Hessen sind spätestens jetzt im Abstiegskampf angekommen und Coach Armin Veh wackelt bedenklich. Der will die Schuld allerdings nicht bei sich suchen, sondern macht stattdessen sein Team rund. Seine Spieler würden alles vermissen lassen, was man als Profi-Fußballer brauche, so der Trainer der Frankfurt in der „Bild“.
Veh würde sich als Spieler schämen
Man habe nur 41 Prozent der Zweikämpfe gegen Darmstadt gewonnen. Dafür fehle ihm jedes Verständnis, dafür schäme er sich, so Veh. Es könne zudem nicht sein, dass ein 19-jähriger Spieler wie Marc Stendera das Team führen müsse. Von den erfahrenen Profis im Kader wie Alex Meier, Stefan Aigner oder Carlos Zambrano müsse wesentlich mehr kommen. Zudem habe sich in sein Hirn eingebrannt, wie Darmstadt Sandro Wagner „uns die ganze Zeit verarscht hat“. Ihm sei das mit seinen „54 Jahren noch an die Nieren gegangen“. Am liebsten wäre er „selbst auf den Platz gerannt und hätte für Ruhe gesorgt“.
Er als Trainer könne nicht dauernd in der Verantwortung stehen, so Veh weiter. Man könne nicht verlangen, „dass Papi [Veh] immer alles regelt“. Das nerve dann. Man müsse auch mal eigenverantwortlich handeln. Für Freude und gute Stimmung sei jetzt nicht mehr die Zeit, „sonst lachen wir uns in den Abstieg“.
Veh spielt mit dem Feuer
Thomas Schaaf ist vor einem halben Jahr auch deshalb zum Rücktritt genötigt worden, weil das Team die Kommunikation des langjährigen Bremers nicht mochte. Der hatte sich öffentlich aber nie so über die Mannschaft geäußert wie Veh jetzt. Mannschaften reagieren nach derart öffentlichen Demütigungen längst nicht immer wie gewünscht, sondern wenden sich gegen den Trainer. Veh spielt mit dem Feuer: Als der sportliche Verantwortliche kann er vom Team kaum mehr Eigenverantwortung einfordern, ohne die Bereitschaft zu zeigen, sich auch selbst in die Pflicht zu nehmen.