DFB-Team: Bierhoff fordert Trainer-Team – Löw trotzig

Das 0:1 zum Auftakt der WM 2018 ist dem deutschen Team tief unter die Haut gefahren. Mats Hummels kritisierte nach der Partie offen die Einstellung „von weiten Teilen des Teams“, insbesondere in der defensiven Ausrichtung. Dabei hatte er sich selbst haarsträubende Fehler am Fließband geleistet. Jerome Boateng bemängelte „mangelnde Leidenschaft“. Neben Kapitän Manuel Neuer war er der einzige Spieler, der diesen Vorwurf machen durfte, spielte er selbst doch stark und voller Willen.

Marco Reus gab zu Protokoll, dass er schon im Trainingslager gewusst habe, dass er gegen Mexiko nicht von Anfang ran werde. Das Trainerteam habe ihm verraten, dass er für „die wichtigen Spiele“ gebaucht werde. Es dauerte etwa zwei Sekunden, dann verstand der 29-Jährige, was gerade zugegeben hatte, und schon hinterher, dass die Partie gegen Mexiko „auch wichtig war.“ Doch da war es schon passiert. Und nichts fasst den deutschen Auftritt im ersten Spiel besser zusammen als die innere Einstellung vieler Spieler, dass diese Partie ja nicht wichtig sei.

Bierhoff und Löw widersprechen sich öffentlich
In der Folge geschah etwas Erstaunliches: Manager Oliver Bierhoff, eigentlich so etwas wie der Erfinder weichgespülter Aussagen, und Bundestrainer Jogi Löw widersprachen sich öffentlich. Wenn sich die Muster wiederholen, müsse man tiefergehen, so der frühere Weltklasse-Stürmer. „Die Trainer müssen beantworten, wie sie das lösen möchten“, fordert Bierhoff.

Löw reagiert trotzig. Man werde „jetzt schon einmal gar nicht unseren Plan komplett über den Haufen werfen“, so der Bundestrainer, der allerdings auch anfügt, dass „wir Korrekturen vornehmen werden.“ Dies versichert Löw allerdings bereits seit Monaten. Im Moment ist davon wenig bis gar nichts zu sehen. Möglicherweise erleben wir sein letztes Turnier als Bundestrainer.

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