2:1 n.V.: Deutschland zittert sich ins Viertelfinale der WM
Deutschland hat die Hürde Algerien genommen und steht im Viertelfinale der Weltmeisterschaft. Dies ist die gute Nachricht. Die schlechte, die dazu verleitet, Furcht vor den kommenden Aufgaben zu spüren, lautet: Die Art und Weise, wie sich die Nationalmannschaft präsentierte, machte Angst. Es gab keine Tore in der regulären Spielzeit und insbesondere in der ersten Halbzeit gelang sowohl nach vorne wie nach hinten sehr wenig. Bundestrainer Jogi Löw fasste die ersten 45 Minuten nach dem Spiel deshalb auch passend mit „In der ersten Hälfte waren wir schlecht“ zusammen.
Matchwinner Andre Schürrle
Zur Pause nahm der Coach den enttäuschenden Mario Götze vom Feld und brachte dafür Andre Schürrle. Es war die goldrichtige Entscheidung, wie sich später noch zeigen sollte. Zudem kam in der zweiten Halbzeit Sami Khedira für den verletzten Shokdran Mustafi. Dieser zog sich einen Muskelbündelriss zu. Für ihn ist die WM beendet.
Khedira rückte neben Bastian Schweinsteiger ins defensive Mittelfeld. Philipp Lahm agierte fortan als Rechtsverteidiger. Diese Neuaufteilung tat Deutschland gut. Die Mannschaft stand sehr viel stabiler, zwang ihren Keeper Manuel Neuer nur noch vereinzelt zu spektakulären Rettungsaktionen im Libero-Stil, die Oliver Kahn nicht ganz falsch als „Harakiri“ charakterisierte“, und kreierte Chancen. Diese konnten die deutschen Spieler jedoch nicht nutzen. Die Verlängerung musste eine Entscheidung bringen. In dieser war der Fußballgott DFB-Fan: Schürrle verwandelte mit Glück mit der Hacke eine Flanke in der 92. Minute. Kurz vor Schluss konnte er zudem ein Tor für Mesut Özil auflegen. Algerien kam praktisch mit dem Schlusspfiff zum Ehrentreffer, der seinen Namen an diesem Tag mehr als verdient hatte.
Jetzt gegen Frankreich
Das Viertelfinale wird am Freitag um 18 Uhr deutscher Zeit gegen Frankreich ausgetragen. Die Nationalmannschaft aus dem Nachbarland setzte sich gegen Nigeria mit 2:0 durch. Die gute Nachricht dabei für die deutschen Fans: Die Franzosen mussten ebenfalls sehr viel mehr zittern als das Ergebnis Glauben macht. Anderseits ist Schürrle nicht zu widersprechen, der eine wesentlich bessere Leistung im Viertelfinale denn im Achtelfinale nach dem Abpfiff forderte.